Sammlung "Geld und Finanzen". Dissertationen aus den Jahren 1624 - 1763



Diese Sammlung umfasst 11 Arbeiten aus sechs verschiedenen Universitäten.  Da in dem 1679 von Adrian Beier, Syndicus der Stadt Jena und später auch Jura-Professor an der dortigen Universität, veröffentlichen Band drei verschiedene Dissertationen wieder abgedruckt sind, enthält die Sammlung dreizehn verschiedene Dissertationen. Die Arbeit von Hering, Gymnasial-Professor in Stettin, entstand außerhalb eines unmittelbaren universitären Zusammenhangs. Auch die Arbeit von Schorch (Erfurt 1761) ist keine Inauguraul-Dissertation, vielmehr handelt es sich um die Veröffentlichung eines Vorlesungstextes.

Die Arbeit von Mantzel/Croll (Rostock 1729) war bereits Exponat in Ausstellungen zur Thematik der "Historischen Doktorarbeit" und ist auch im Katalog "Historische Dissertationen. Vom Einblattdruck zum Pflichtexemplar" (Bergisch Gladbach 1995) beschrieben.

Ein Teil der Dissertationen überdauerte mehr als 200 Jahre im Besitz eines bekannten europäischen Fürstenhauses.

Die drei ersten und äußerst  wertvollen Arbeiten stammen aus dem 17. Jahrhundert. Neben diesen sind von speziellem und aktuellem Interesse die Arbeiten von Mantzel/Croll und Seger (Leipzig 1763) zum Thema "Währungsstabilität". Croll fasst seinen Forschungsgegenstand knapp in die Worte "examinas mutata rerum pretia ob pecuniae abundatiam - Wir untersuchen die Veränderung der Preise wegen der zu grossen Geldmenge". Er untersucht sowohl den Überfluss der Geldmenge einer einzelnen Währung als auch die Tatsache, dass es in insgesamt in Europa zu viele Währungen mit ganz unterschiedlichem Wert gibt.

Reizvoll sind natürlich die Abhandlungen, die sich mit der Geldfälscherei und dergleichen befassen. Heute langsam aussterbende Worte und Ausdrücke finden sich hier mangels fehlender lateinischer Äquivalente, so zum Beispiel "Kipper und Wipper" bei Masperger (Leipzig 1743, § LXVI) oder etwa "Heck- oder Winkel-Müntze" bei Engau (Jena 1750, p. 17).

Einen allgemeinen geschichtlichen Überblick zu Münzwesen und Münzqualität bietet Heinecke in seiner ungewöhnlich umfangreichen Doktorarbeit (Halle 1737, VIII-62-IV Seiten). Sein Werk ist mit zahlreichen Zitaten antiker Autoren von Homer bis Plutarch versehen. Selbstverständlich fehlen auch biblische Zitate nicht.

In der folgenden Übersicht über die einzelnen Arbeiten bedeuten kursiv gedruckte deutsche Themata, dass der lateinische Titel auch in deutscher Übersetzung auf dem Titelblatt erscheint.

Die Sammlung umfasst folgende Arbeiten:




Dissertatio de vera mutui et imprimis nummi essentia (quaestionum monetariarum decisiones breves et dilucidas exhibens) - Dissertation über die wahre Beschaffenheit des Darlehens und besonders des Geldes (versehen mit kurzen und klaren Richtlinien zu monetären Fragen). Rostock 1624. Präses: Thomas Lindemann. Defendent: Matthias Kleist.




De Anotocismo - Vom Zinseszins. Groningen 1679. Defendent: Georg Conrad Schuster.




Triga dissertationum criminalium - De expensis executionum criminalium - vulgo: Vom Hencker-Geld.
De bonis damnatorium: Von der Verurtheilten Güthern.
De cadaveribus punitorum: Der abgestrafften Missetaeter Koerpern.
Leipzig 1679.
Es handelt sich um eine Zusammenstellung von thematisch zusammenhängenden Dissertationen, an deren Verfassung Adrian Beier beteiligt war.
Über das erste Thema wurde im Jahr 1677 Friedrich Wilsenach in Jena promoviert (Präses: Adrian Beier).
Eine Disputatio juridica analytica "De bonis damnatorum = Von der Verurtheilten Güthern" veröffentlichte Beier als einzelne Schrift ebenfalls im Jahr 1679 in Jena.
Eine Dissertation zum letzten Thema hatte Beier bereits 1659 (und erneut 1661) veröffentlicht.





Problema juridicum de jure pignoris perdurante in domo exusta et reaedificata. Von fortwährendem Pfand-Recht, Auf einem abgebrandtem und wieder aufferbauetem Hause.
Sedini (Stettin) 1723. Autor: Johann Samuel Hering.




De crescente pecunia. Ob, und wie weit ein Rechts-Gelahrter bemercken müsse, daß jetzt mehr Geld in der Welt sey als vor diesen. Rostock 1729. Präses: Ernst Johannes Friedrich Mantzel. Defendent: Simon Croll.






De reductione monetae ad iustum pretium - Über die Geldabwertung auf den richtigen Geldwert. Halle 1737. Präses: Johann Gottlieb Heinecke. Defendent: Johann Matthias Egelgraser.





De moneta, cuius falsa imitatio ordinaria poena vindicatur - Über das Geld, dessen Fälschung mit einer regulären Strafe geahndet wird. Leipzig 1743. Defendent: Paul Jacob Marperger.





De delictis monetariis - Über Vergehen in Geldangelegenheiten. Jena 1750. Präses: Rudolph Engau. Defendent: Johannes Borchwardt.






De eo quod iustum es in reddendo mutuo in casu si monetae mutatio medio tempore facta est - Was bei einer Rückzahlung von Darlehen rechtens ist, wenn zwischenzeitlich eine Geldwertänderung eingetreten ist. Erfurt 1761. Autor: Christian Friedrich Immanuel Schorch (Text seiner Vorlesung).




De mutato valore monetae in solutionibus aestimando - Über die Änderung des Geldwertes, wie man sie bei Geldgeschäften beachten muss. Leipzig 1763. Präses: Johann Theophil Seger. Defendent: Christoph Gotlib Kersten.





De pecuniae deterioris atque melioris exaequatione presertim in mutuo - Über den Ausgleich von besserem und schlechterem Geld (unter besonderer Berücksichtigung der Darlehen). Leipzig 1763. Präses: Johannes Daniel Titius. Defendent: Johannes Christian Franke.


Preis dieser Sammlung (versicherter Versand und MWSt incl.):  2750,00 Euro.