Sammlung "Zins". Dissertationen aus den Jahren 1629 - 1768

Dieses Angebot mit Unikatscharakter umfasst 19 Dissertationen zum Thema "Zins" aus dem Zeitraum vom Dreißigjährigen Krieg bis zur fortgeschrittenen Aufklärung.
Vertreten sind die Universitäten Basel, Königsberg, Halle, Greifswald, Jena, Erfurt, Wittenberg, Rostock, Tübingen, Gießen, Göttingen. Damit sind etliche Arbeiten aus Hochschulen präsent, die in bedeutenden Handelsstädten angesiedelt waren oder aufgrund ihrer "reformatorischen" Ausrichtung der Rechtspraxis besonderen Stellenwert zumaßen.


Zwei der Dissertationen weisen deutsche Untertitel auf (Beier 1715 und Tenzel 1718). Während die älteste Arbeit (von der Fechte 1629) auf dem Deckblatt lediglich den Namen des Defendenten angibt (eines Hamburger Patriziers, der in Basel promoviert wurde), verweist auch die 1726 in Halle erschienene (und bis heute noch nicht aufgeschnittene) Dissertion von Schnaderbach auf keinen Präses.

Bei dem jüngsten vertretenen Werk aus dem Jahr 1768 handelt es sich um keine Inaugural-Dissertation oder "Doktorarbeit" sondern um die Veröffentlichung des im Alter von 33 Jahren just auf eine Professur in Göttingen berufenen Philipp Heinrich Seyberth, der schon im Folgejahr unerwartet verstarb.


Unter den "Doktorvätern" befinden sich neben zu ihrer Zeit berühmten Namen wie Heinrich Bode (Bodinus), dem neben Thomasius, Stryk und Simon als vierter ordentlicher Professor der Rechtswissenschaften an die Universität Halle berufenen und in den Adelstand erhobenen Gelehrten, vor allem Rechtslehrer mit engem Bezug zur Rechtspraxis. So amtierte etwa Gerdes zeitweilig als Universitätssyndikus und Wernher (oder Werner) war temporär Advokat am Hofgericht.

Ernst Tenzel (auch Tenzell , Tentzl oder Tentzel) fungierte bei zwei der hier angebotenen Dissertationen als Präses, wobei die Schreibweise seines Namens auf den Deckblättern der Arbeiten von 1718 und 1725 variiert.

Eher als Kuriosum sei vermerkt, dass der 1679 geborene Wolfgang Adam Schöpf (oder Schöpff) bei seinem Tode im Jahr 1770 der älteste deutsche Rechtslehrer (nach Lebensjahren wie nach seit der Promotion vergangenen Jahren) war.

Die rechtshistorische Bedeutung der vorliegenden Sammlung unter dogmengeschichtlichen Aspekten bedürfte einer eingehenderen Darstellung, die nicht zusammengebundenen Arbeiten eignen sich auch vorzüglich zur repräsentativen Exposition.





Tres Decades Quaestionum Usurariarum - Drei Hundert akademische Fragen zum Zins. Basel 1629. Defendent: Albertus von der Fechte.




De Usuris - Über Zinsen. Königsberg 1694. Präses: Heinrich Schönfeld. Dedendent: Christoph Schimmelpfennig.



De Usuris Licitis Ultra Quincunces - Über erlaubte Zinsen von mehr als fünf Przent. Halle 1701. Präses: Heinrich Bodin. Defendent: Heinrich Meyer.




DeUsuris Mutui Ex Mora - Über Darlehenszinsen aus Verzug. Greifswald 1705. Präses: Henning Christ. Gerdes. Defendent: Gerhard Lembcke.




De Censibus Promobilibus - Von Rutscher-Zinsen. Jena 1715 (Erstdruck: 1706). Präses: Hadrian Beier. Defendent: Andreas Friedrich Mylius.




Probatio Et Reprobatio Bonorum Censitocorum - Vulgo Zinß = oder Erb=Zinß=Gütter. Erfurt 1718 (Erstdruck: 1712). Präses: Ernst Tenzel. Defendent: Christian Friedrich Gruner.




De Licita Et Illicita Usurarum Exactione Huiusque Poenis - Über berechtigte und unberechtigte Forderung von Zinsen und die diesbezügliche Bestrafung. Wittenberg 1724. Präses: Johannes Friedrich Werner. Defendent: Christian Schubart.




De Usuris Citra Conventionem Vel Moram Praestandis - Daß Zinsen nach Vereinbarung oder Vertrag zu zahlen sind. Erfurt 1725. Präses: Ernst Tenzell (oder Tenzel). Defendent: Johann Michael Tieffenthal.




De Petendis Ex Concursu Usuris Ex Iure Romano Atque Germanico - Über die Inanspruchnahme von Kapitalzinsen aus einem Konkurs nach Römischem wie Germanischem Recht. Halle 1726. Friedrich Schnaderbach.




De Pravitate Usuraria - Über Wucherzinsen. Rostock 1726. Präses: Johannes Christian Petersen. Defendent: Heinrich J. P. Weidener.





De Jure Retractus Censualis - Germanice: Zins=Losungs=Gerechtigkeit. Tübingen 1744. Präses: Wolfgang Adam Schöpff. Defendent: Johannes Friedrich Seeger.




Differentia Iuris Romani Et Germanici In Usuris Praecipue Ultra Alterum Tantum - Die Unterschiede im Römischen und Deutschen Recht bei den Zinsen, vor allem wenn aufgelaufene Zinsen den Kredit übersteigen. Halle 1748 (Erstdruck: 1740). Präses: Johannes Petrus von Ludewig. Defendent: Heinrich August Rosenbach.



De Usuris Jure Lubecensi, In Concursu Creditorum - Über Zinsen nach dem Lübecker Recht im Konkursfall der Gläubiger. Greifswald 1749. Präses: August von Balthasar. Defendent: Christoph Erich Hertzberg.




De Arbitrio Iudicis Circa Usuras Pecuniae Mutuaticiae - Über die Rechtsprechung bei Zinsen auf geliehenes Geld. Göttingen 1750. Präses: Georg Heinrich Ayer. Defendent: Johannes Wichelhausen.




De Collocatione Usurarum in Concursu Creditorum - Zur Frage der Zinsen im Falle des Konkurses der Gläubiger. Gießen 1754. Präses: Johann Ernst Hoepfner. Defendent: Franciscus von Sprekelsen.




De Anatocismo Licito Et Illicito - Über den erlaubten und unerlaubten Zinseszins. Halle 1756. Präses: Johannes Tobias Carrach. Defendent: August Hennig Winckler.




An Ex Confirmatione Hypothecae Iudex Ad Id Quod Interest Teneatur - Wie sich ein Richter dem Wert einer beglaubigten Hypothek gegenüber verhalten müsse. Göttigen 1758. Defendent: Jakob Gottlieb Sieber.




Anatocismus An Et Quatenus Sit Prohibitus - Der Zinseszins: ob und inwieweit er verboten ist. Rostock 1760. Präses: Ernst Johannes Fr. Mantzel. Defendent: Ludolph Philipp Mecklenburg.




De Reditu Annuo Praesertim Vitali Viduarum - Über die jährlichen Zinseinkünfte, besonders von Witwen. Frankfurt und Leipzig 1768. Autor: Philipp Heinrich Seyberth.

Preis dieser Sammlung (MwSt. und versicherter Versand incl.): 10.750 Euro